Wie funktioniert eine Vape? Vom ersten Zug bis zur Coil-Physik
VAPE-WISSEN Aktualisiert am 27.08.2026 · Lesezeit ca. 9 Minuten
Die kurze Antwort
Eine Vape ist ein kleines elektrisches Heizsystem. Beim Zug erkennt ein Sensor den Unterdruck und schaltet den Akku frei. Der Strom fließt durch die Coil, eine Heizspirale aus Widerstandsdraht, die sich in Sekundenbruchteilen auf rund 100 bis 250 °C erhitzt. Ein Docht aus Watte saugt Liquid an die Coil, das Liquid verdampft und kühlt in der einströmenden Luft sofort wieder ab. Was du inhalierst, ist deshalb kein Dampf, sondern ein Aerosol aus feinsten Flüssigkeitströpfchen. Verbrannt wird dabei nichts.
Kurzform: Zug → Sensor → Akku → Coil → Docht → Liquid verdampft → Aerosol → Mundstück
So ist dieser Ratgeber aufgebaut: Oben steht die einfache Erklärung für alle, die es einfach nur wissen wollen. Je weiter du scrollst, desto technischer wird es – bis zu Ohm, Watt, Mesh-Coils und Temperaturkontrolle. Du kannst also jederzeit aussteigen, sobald deine Frage beantwortet ist.
Inhalt
- Wie ist eine Vape aufgebaut? Die sechs Bauteile
- Was beim Zug passiert – Schritt für Schritt
- Zugautomatik oder Knopf: die „Vape Zündung“
- Was ist im Liquid drin? PG, VG, Aromen, Nikotin
- Freebase oder Nikotinsalz: der chemische Unterschied
- Einweg, Pod-System, Big Puff: drei Bauarten im Vergleich
- Ohm, Volt, Watt: die Physik hinter dem Dampf
- Coil-Bauformen und Materialien: Mesh, Kanthal, Ni200
- MTL oder DL: Airflow und Zugtechnik
- Warum „Dampf“ eigentlich Aerosol heißt
- Warum eine Vape verbrannt schmeckt (Dry Hit)
- Was in Deutschland technisch erlaubt ist
- Häufige Fragen
Wie ist eine Vape aufgebaut? Die sechs Bauteile
Egal ob 5-Euro-Einweg vom Kiosk oder 80-Euro-Pod-System: Der Aufbau ist bei jeder E-Zigarette derselbe. Es sind immer dieselben sechs Bauteile, nur unterschiedlich groß, unterschiedlich gut und unterschiedlich austauschbar.
| Bauteil | Aufgabe | Typische Ausführung |
|---|---|---|
| Akku | Liefert die elektrische Energie | Lithium-Ionen, 350–850 mAh bei Pods, größer bei Mods |
| Coil | Wandelt Strom in Wärme um | Widerstandsdraht oder Mesh-Gitter, meist 0,2–1,8 Ω |
| Docht | Transportiert Liquid zur Coil | Baumwolle, seltener Keramik oder Silikat |
| Tank oder Pod | Bevorratet das Liquid | In Deutschland max. 2 ml, wenn Nikotin drin ist |
| Sensor & Platine | Erkennt den Zug, steuert die Leistung, schaltet ab | Drucksensor oder Mikrofon, dazu ein Steuerchip |
| Mundstück & Airflow | Führt Luft zur Coil und Aerosol zu dir | Feste Bohrung bei Einweg, verstellbar bei größeren Geräten |
Wenn dir bei Begriffen wie Airflow, mAh oder MTL etwas fehlt: Im pipah Lexikon stehen alle Vape-Begriffe kurz erklärt an einem Ort.
Was beim Zug passiert – Schritt für Schritt
Zwischen „du ziehst“ und „du schmeckst etwas“ liegen weniger als zwei Zehntelsekunden. In dieser Zeit läuft folgende Kette ab:
- Unterdruck entsteht. Durch das Ziehen fällt der Luftdruck im Gerät minimal ab. Luft strömt durch die Airflow-Öffnungen nach.
- Der Sensor löst aus. Ein Drucksensor oder ein winziges Mikrofon registriert die Strömung und gibt der Platine das Signal. Bei Geräten mit Feuertaste übernimmt der Knopf diese Rolle.
- Der Stromkreis schließt sich. Die Platine legt Spannung an die Coil an und begrenzt gleichzeitig die Zugdauer, meist auf 8 bis 10 Sekunden.
- Die Coil heizt auf. Der elektrische Widerstand des Drahts wandelt Strom in Wärme um. Zieltemperatur: rund 100 bis 250 °C.
- Das Liquid verdampft. Der Docht liegt permanent an der Coil an und hält sie feucht. Die Flüssigkeit an der Kontaktfläche geht in die Gasphase über.
- Das Gas kondensiert. Sobald der heiße Dampf auf die einströmende Raumluft trifft, kühlt er ab und schlägt sich als feinste Tröpfchen nieder. Das ist die sichtbare Wolke.
- Abschaltung. Du hörst auf zu ziehen, der Sensor fällt ab, die Coil kühlt aus. Zwischen zwei Zügen entsteht bei einer Vape nichts.
Der letzte Punkt ist der größte technische Unterschied zur Tabakzigarette: Eine Zigarette glüht zwischen den Zügen weiter und erzeugt dabei durchgehend Nebenstromrauch. Eine Vape ist zwischen zwei Zügen schlicht aus.
Zugautomatik oder Knopf: die „Vape Zündung“
Viele suchen nach der „Vape Zündung“ und meinen damit den Auslösemechanismus. Davon gibt es genau zwei relevante Bauarten:
Zugautomatik (Auto-Draw)
Ein Sensor im Luftkanal misst die Strömung. Technisch kommen dabei Drucksensoren, kapazitive Sensoren oder ein einfaches Mikrofon zum Einsatz, das die Turbulenz der durchströmenden Luft aufnimmt. Vorteil: keine Bedienung nötig. Nachteil: Der Sensor kann durch Kondensat verkleben, dann reagiert das Gerät verzögert oder gar nicht. Praktisch alle Einweg-Vapes und die meisten Pod-Systeme arbeiten so.
Feuertaste (Button)
Der Knopf schließt den Stromkreis mechanisch oder über die Platine. Du kannst damit vorheizen, also den Knopf einen Sekundenbruchteil vor dem Zug drücken. Fast alle Geräte mit Feuertaste haben zusätzlich eine Kindersicherung: Fünfmal schnell drücken sperrt das Gerät, fünfmal drücken entsperrt es wieder. Genau das ist der Grund, warum eine vermeintlich defekte Vape oft einfach nur gesperrt ist.
Was ist im Liquid drin? PG, VG, Aromen, Nikotin
Rund 95 Prozent eines Liquids bestehen aus nur zwei Trägerstoffen. Die restlichen fünf Prozent sind Aromen und, falls vorhanden, Nikotin.
| Bestandteil | Was es bewirkt |
|---|---|
| Propylenglykol (PG) | Dünnflüssig, transportiert Aroma sehr gut, sorgt für den spürbaren Kratzer im Hals (Throat Hit). Verdampft bei niedrigerer Temperatur als VG. |
| Glycerin (VG) | Zähflüssig und süßlich, erzeugt die dichte Wolke, dämpft den Throat Hit. Braucht mehr Wärme und fließt langsamer im Docht nach. |
| Aromen | Lebensmittelaromen, typisch 5 bis 15 Prozent. In der EU sind bestimmte Stoffe wie Diacetyl für Liquids verboten. |
| Nikotin | Optional. In Deutschland maximal 20 mg/ml. Nikotin macht abhängig und ist für die Verdampfung technisch nicht notwendig. |
Das Mischungsverhältnis steht meist als 50/50 oder 70/30 auf der Flasche, PG zuerst. Und das ist keine Geschmacksfrage allein, sondern eine technische: Ein 70/30-VG-lastiges Liquid ist zu zäh für die engen Dochtkanäle eines MTL-Pods. Es fließt nicht schnell genug nach, die Coil läuft trocken und es schmeckt verbrannt. Deshalb sind Pod-Liquids fast immer 50/50.
Falls dich das Kratzen im Hals stört: Die häufigsten Ursachen und was dagegen hilft, haben wir im Beitrag Halsschmerzen vom Vapen aufgeschlüsselt.
Freebase oder Nikotinsalz: der chemische Unterschied
Auf fast jedem Pod und jeder Einweg-Vape steht heute „Nikotinsalz“ oder „NicSalt“. Das ist kein Marketingbegriff, sondern ein echter chemischer Unterschied.
Freebase-Nikotin
Nikotin in seiner freien Basenform. Der pH-Wert liegt vergleichsweise hoch, dadurch wird es ab etwa 12 mg/ml spürbar scharf im Hals. Praktisch verwendbar sind daher meist 3 bis 6 mg/ml. Typisch für nachfüllbare Systeme mit größerer Dampfmenge.
Nikotinsalz
Dem Nikotin wird eine schwache Säure zugesetzt, meist Benzoesäure, seltener Lävulinsäure. Das senkt den pH-Wert und macht das Nikotin deutlich milder im Hals. Ergebnis: Auch 20 mg/ml lassen sich noch angenehm inhalieren, und die Aufnahme erfolgt schneller. Genau deshalb funktionieren kleine Pods und Einweg-Vapes technisch überhaupt erst – sie erzeugen wenig Aerosol, brauchen also eine hohe Konzentration.
Wichtig: Nikotinsalz ist nicht „sanfter“ im Sinne von schwächer. Die Milde bezieht sich ausschließlich auf das Halsgefühl, nicht auf die Nikotinmenge. 20 mg/ml Nikotinsalz sind 20 mg/ml Nikotin. Nikotin macht in jeder Form abhängig.
Einweg, Pod-System, Big Puff: drei Bauarten im Vergleich
Die Funktionsweise ist bei allen dreien identisch. Unterschiedlich ist nur, welche Teile fest verbaut und welche austauschbar sind.
| Einweg-Vape | Pod-System | Big Puff | |
|---|---|---|---|
| Akku | Fest verbaut, teils einmal aufladbar | Wiederaufladbar, bleibt dauerhaft in Nutzung | Wiederaufladbar, große Kapazität |
| Coil | Fest verbaut, nicht tauschbar | Im Pod integriert, wird mit dem Pod gewechselt | Meist im Pod, teils einzeln tauschbar |
| Liquid | Vorbefüllt, max. 2 ml mit Nikotin | Vorbefüllter oder leerer Pod zum Selbstbefüllen | 2-ml-Tank plus separater Nachfüllbehälter |
| Lebensdauer | Endet, wenn Liquid oder Akku leer ist | Gerät bleibt, nur Pods werden getauscht | Sehr lange Laufzeit pro Gerät |
Der technische Kniff bei Big Puffs mit hohen Zugangaben ist der zweigeteilte Aufbau: Der fest verbaute Tank bleibt bei 2 ml und damit im gesetzlichen Rahmen, das Nachfüllen erfolgt aus einem separaten Container. Von der angegebenen Puff-Zahl solltest du dich trotzdem nicht blenden lassen – sie wird unter Laborbedingungen mit sehr kurzen Zügen ermittelt und sagt allein wenig aus. Warum das so ist, steht ausführlich im Beitrag Illegale Vapes erkennen.
Als grobe Faustregel gilt: Aus einem Milliliter Liquid holt ein durchschnittlicher Nutzer etwa 300 bis 500 Züge. Eine 2-ml-Einweg landet damit rechnerisch bei rund 600 bis 1.000 Zügen – genau der Bereich, den die gängigen Modellnamen mit „600“ im Namen abbilden.
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Ohm, Volt, Watt: die Physik hinter dem Dampf
Ab hier wird es technisch. Wie viel Aerosol eine Vape produziert, hängt an genau einer Größe: der Leistung, die an der Coil ankommt. Und die folgt dem ohmschen Gesetz.
Die einzige Formel, die du brauchst
P = U² ÷ R
P = Leistung in Watt, U = Spannung in Volt, R = Widerstand in Ohm. Im Klartext: Weniger Ohm bedeutet mehr Watt bedeutet mehr Hitze bedeutet mehr Aerosol. Der Widerstand der Coil ist damit der wichtigste Wert auf jedem Pod.
Ein Rechenbeispiel mit einem typischen Lithium-Ionen-Akku bei 3,7 Volt:
Ein 1,2-Ω-Pod: 3,7² ÷ 1,2 = 11,4 Watt, Stromstärke rund 3,1 A. Wenig Aerosol, enger Zug, sparsamer Liquidverbrauch.
Eine 0,3-Ω-Sub-Ohm-Coil: 3,7² ÷ 0,3 = 45,6 Watt, Stromstärke rund 12,3 A. Viermal so viel Leistung, entsprechend dicke Wolke, entsprechend schneller leer.
Deshalb ist Sub-Ohm-Dampfen auch eine Sicherheitsfrage: Bei ungeregelten mechanischen Mods ohne Schutzschaltung muss der Nutzer selbst prüfen, ob der Akku die gezogene Stromstärke überhaupt liefern darf. Moderne geregelte Geräte machen das automatisch, messen den Coil-Widerstand beim Einsetzen und halten die eingestellte Wattzahl über einen Boost-Wandler konstant, auch wenn der Akku im Laufe des Tages von 4,2 auf 3,4 Volt abfällt.
| Widerstand | Typische Leistung | Zugart | Findet sich in |
|---|---|---|---|
| 1,0–1,8 Ω | 8–14 W | MTL, sehr eng | Einweg-Vapes, klassische Einsteiger-Pods |
| 0,6–1,0 Ω | 12–20 W | MTL bis restriktiv DL | Pod-Systeme, z. B. ELFA-Pods mit 0,8 Ω |
| 0,4–0,6 Ω | 18–30 W | Restriktiver Lungenzug | Big Puffs, größere Pod-Systeme |
| 0,15–0,4 Ω | 30–80 W | Offener Lungenzug (DL) | Mods mit Sub-Ohm-Tank |
Coil-Bauformen und Materialien: Mesh, Kanthal, Ni200
Wickeldraht gegen Mesh
Die klassische Coil ist ein spiralförmig gewickelter Draht. Eine Mesh-Coil ist stattdessen ein flaches, geätztes oder gestanztes Metallgitter. Der entscheidende Unterschied ist die Kontaktfläche: Bei gleichem elektrischem Widerstand hat ein Gitter deutlich mehr Oberfläche zum Docht als eine Spirale. Das bringt drei Effekte:
1. Gleichmäßigere Temperatur. Weniger Hotspots, dadurch weniger thermische Zersetzung des Aromas.
2. Schnelleres Ansprechen. Die dünne Gitterstruktur erreicht die Zieltemperatur früher, der Zug wirkt direkter.
3. Längere Standzeit. Weil die Belastung pro Flächeneinheit sinkt, verkohlt die Watte langsamer.
Deshalb steht auf modernen Pods so oft „Mesh“ als Verkaufsargument. Es ist tatsächlich eines.
Das Drahtmaterial entscheidet über den Modus
Welcher Draht verbaut ist, bestimmt, ob ein Gerät Temperaturkontrolle beherrscht. Der Schlüsselwert heißt TCR, der Temperaturkoeffizient des elektrischen Widerstands. Er beschreibt, wie stark sich der Widerstand eines Materials ändert, wenn es heiß wird.
| Material | Verhalten | Einsatz |
|---|---|---|
| Kanthal (FeCrAl) | Widerstand bleibt über die Temperatur nahezu konstant | Standard für Wattmodus, keine Temperaturkontrolle möglich |
| Edelstahl SS316L | Messbarer, moderater TCR | Der Allrounder: funktioniert in beiden Modi |
| Nickel Ni200 | Höchster TCR der gängigen Materialien | Ausschließlich Temperaturkontrolle |
| Titan Ti01 | Mittlerer TCR | Ausschließlich Temperaturkontrolle |
Ein Gerät mit Temperaturkontrolle misst also nicht die Temperatur direkt, sondern die Widerstandsänderung und rechnet daraus die Temperatur zurück. Sinkt der Flüssigkeitsnachschub und die Coil beginnt heißzulaufen, steigt ihr Widerstand, das Gerät erkennt das und drosselt die Leistung, bevor die Watte verkohlt. Genau deshalb funktioniert Kanthal dafür nicht: Sein Widerstand verrät schlicht nichts über seine Temperatur.
MTL oder DL: Airflow und Zugtechnik
Die Airflow-Öffnungen sind kein Detail, sondern bestimmen mit, wie heiß das Aerosol bei dir ankommt und wie stark es verdünnt wird.
MTL – Mouth to Lung
Enge Luftzufuhr, du ziehst erst in den Mund und dann in die Lunge. Entspricht dem Zugverhalten einer Zigarette. Wenig Aerosol, dafür intensives Aroma und niedriger Liquidverbrauch. Passt zu hohen Widerständen und Nikotinsalz.
DL – Direct Lung
Offene Luftzufuhr, du ziehst direkt in die Lunge, ähnlich wie bei einer Shisha. Viel Aerosol, hoher Liquidverbrauch. Braucht niedrige Widerstände und niedrig dosiertes Freebase-Nikotin – 20 mg/ml wären bei dieser Aerosolmenge deutlich zu viel.
Warum „Dampf“ eigentlich Aerosol heißt
Der Begriff Dampf ist physikalisch falsch, auch wenn ihn alle benutzen. Was an der Coil entsteht, ist tatsächlich echter Dampf, also Materie in der Gasphase. Nur ist der unsichtbar. Sichtbar wird das Ganze erst im nächsten Schritt: Sobald das heiße Gas auf die kühlere Luft im Kamin trifft, kondensiert es zu Millionen winziger Flüssigkeitströpfchen im Sub-Mikrometer-Bereich. Diese Suspension aus Tröpfchen in Luft ist ein Kondensationsaerosol.
Und ganz sicher ist es kein Wasserdampf: Das Aerosol besteht überwiegend aus Propylenglykol und Glycerin, dazu Aromastoffe und gegebenenfalls Nikotin. Wasser ist allenfalls in Spuren enthalten. Der Unterschied ist relevant, weil „ist doch nur Wasserdampf“ einer der häufigsten Irrtümer rund um das Thema ist.
Warum eine Vape verbrannt schmeckt (Dry Hit)
Der klassische Fehlerfall ist der Dry Hit: Es schmeckt scharf, chemisch, verkokelt. Die Ursache ist immer dieselbe – die Coil bekommt mehr Energie zugeführt, als der Docht an Liquid nachliefern kann. Statt Flüssigkeit erhitzt sie dann die trockene Watte, und die verkohlt.
Ausgelöst wird das typischerweise durch:
Kettenrauchen. Der Docht braucht nach jedem Zug ein paar Sekunden, um sich per Kapillarwirkung wieder vollzusaugen.
Zu zähes Liquid. Ein VG-lastiges Liquid in einem engen MTL-Pod fließt schlicht zu langsam nach.
Zu hohe Wattzahl. Die Coil verdampft schneller, als der Nachschub reicht.
Neuer Pod ohne Wartezeit. Nach dem Einsetzen sollte der Docht drei bis fünf Minuten durchziehen können.
Ende der Coil-Lebensdauer. Rückstände aus Süßstoffen und Aromen setzen die Watte mit der Zeit zu.
Bei einer Einweg-Vape gibt es dagegen keine Abhilfe, weil du weder Coil noch Docht tauschen kannst. Wenn eine Einweg dauerhaft verbrannt schmeckt, ist sie am Ende – und gehört als Elektroaltgerät korrekt entsorgt, nicht in den Restmüll. Wie das seit 2026 geregelt ist, steht im Beitrag Vape entsorgen.
Was in Deutschland technisch erlaubt ist
Die Bauweise einer Vape ist in der EU nicht frei wählbar, sondern durch die Tabakproduktrichtlinie und ihre deutsche Umsetzung eng vorgegeben. Die wichtigsten Grenzwerte:
✓ Maximal 20 mg/ml Nikotin im Liquid
✓ Maximal 2 ml fest verbauter Tank bei nikotinhaltigen Geräten und Kartuschen
✓ Maximal 10 ml pro Nachfüllflasche
✓ Bestimmte Zusatzstoffe wie Diacetyl, Acetoin, 2,3-Pentandion und Vitamin-E-Acetat sind in Liquids verboten
✓ Abgabe ausschließlich an Personen ab 18 Jahren, inklusive Altersverifikation beim Online-Kauf
Dazu kommt das absehbare Ende der Einweg-Geräte: Über die EU-Batterieverordnung läuft der Verkauf fest verbauter, nicht entnehmbarer Akkus aus. Das genaue Datum, was mit bereits gelieferter Ware passiert und warum Hamstern trotzdem wenig Sinn ergibt, haben wir im Beitrag Einweg Vape Verbot aufgeschrieben.
Häufige Fragen
Wie benutzt man eine Vape richtig?
Langsam und gleichmäßig ziehen, etwa drei bis fünf Sekunden, nicht ruckartig wie an einer Zigarette. Zwischen den Zügen ein paar Sekunden Pause lassen, damit der Docht nachziehen kann. Bei einem neuen Pod vor dem ersten Zug drei bis fünf Minuten warten. Und das Gerät möglichst aufrecht lagern, damit die Coil benetzt bleibt.
Wie viele Zigaretten sind 1 Vape?
Eine seriöse Umrechnung gibt es nicht. Wie viel Nikotin tatsächlich aufgenommen wird, hängt vom Gerät, vom Widerstand der Coil, von der Nikotinform und vor allem vom individuellen Zugverhalten ab. Zwei Menschen können dieselbe Vape leerdampfen und dabei sehr unterschiedliche Mengen aufnehmen. Kursierende Faustformeln wie „600 Züge entsprechen 20 Zigaretten“ sind reine Schätzwerte ohne belastbare Grundlage.
Wie funktioniert eine Vape ohne Nikotin?
Technisch exakt gleich. Nikotin ist ein Zusatz im Liquid und hat mit der Funktionsweise nichts zu tun. Ein nikotinfreies Liquid besteht aus PG, VG und Aromen und wird von derselben Coil auf dieselbe Temperatur gebracht. Spürbar ist nur der fehlende Throat Hit, weil Nikotin selbst zum Kratzen im Hals beiträgt.
Woran merke ich, dass eine Einweg-Vape leer ist?
Es gibt zwei Endpunkte, und sie treten selten gleichzeitig ein. Ist der Akku leer, blinkt die LED meist mehrfach und es kommt kein oder kaum Aerosol. Ist das Liquid leer, wird der Geschmack zuerst flach und dann kratzig-verbrannt. Spätestens dann sollte Schluss sein, weil weiter nur noch trockene Watte erhitzt wird.
Wie lange hält eine Einweg-Vape?
Das hängt fast nur vom eigenen Konsum ab. Rechnerisch liefert ein Milliliter Liquid rund 300 bis 500 Züge, eine 2-ml-Einweg kommt also auf grob 600 bis 1.000 Züge. Bei moderatem Gebrauch sind das mehrere Tage, bei intensivem Gebrauch weniger als einer.
Ist Vapen dasselbe wie Rauchen?
Technisch nein: Bei einer Zigarette verbrennt Tabak bei mehreren hundert Grad, bei einer Vape wird Liquid bei rund 100 bis 250 °C verdampft. Es entsteht kein Rauch und keine Asche. Dieser Verfahrensunterschied ist aber ausdrücklich keine Aussage über gesundheitliche Unbedenklichkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft E-Zigaretten als nicht harmlos ein, und Nikotin macht in jeder Darreichungsform abhängig. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, bespricht das am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt oder nutzt die kostenfreien Angebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Meine Vape zieht nicht mehr, ist sie kaputt?
Oft nicht. Bei Geräten mit Feuertaste ist meist die Kindersicherung aktiv – fünfmal schnell drücken entsperrt sie in der Regel. Bei Zugautomatik kann der Luftkanal durch Kondensat verklebt sein; ein vorsichtiges Auspusten oder Abtupfen des Mundstücks hilft häufig. Blinkt die LED regelmäßig, ist es fast immer der Akku.
Was bedeutet die Ohm-Angabe auf dem Pod?
Sie gibt den elektrischen Widerstand der verbauten Coil an. Je niedriger der Wert, desto mehr Leistung fließt bei gleicher Spannung und desto mehr Aerosol entsteht. Werte ab 1,0 Ω aufwärts stehen für den engen Backenzug, Werte unter 0,5 Ω für den Lungenzug mit deutlich höherem Liquidverbrauch.
Fazit
Eine Vape ist im Kern ein sehr simples Gerät: Akku, Heizdraht, Docht, Liquid. Die gesamte Produktvielfalt vom 5-Euro-Einweg bis zum regelbaren Mod entsteht nur dadurch, wie diese vier Dinge dimensioniert und kombiniert werden. Wer den Zusammenhang zwischen Widerstand, Leistung, Airflow und Liquidviskosität einmal verstanden hat, kann jedes Gerät einordnen – und weiß auch sofort, warum es verbrannt schmeckt, wenn es das tut.
Nachschlagen kannst du einzelne Begriffe jederzeit im pipah Lexikon, und wenn du wissen willst, wie lange Nikotin nach dem Dampfen nachweisbar bleibt, findest du das im Beitrag Wie lange bleibt Nikotin im Körper.
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Hinweis: Nikotinhaltige Produkte sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin ist ein stark abhängig machender Stoff. E-Zigaretten sind kein Arzneimittel und kein zugelassenes Mittel zur Rauchentwöhnung. Dieser Beitrag dient der technischen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nicht geeignet für Nichtraucher, Schwangere und Stillende.